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Hauptversammlung

Jahresbericht der Präsidentin

„Es wird die Zeit kommen, da das Verbrechen am Tier genauso geahndet wird wie das Verbrechen am Menschen.“            Leonardo da Vinci (1452-1519)

Schon Leonardo da Vinci hatte die Hoffnung, dass wir Menschen erkennen, dass Tiere Lebewesen sind, welche Schmerz und Leid empfinden und mit Respekt behandelt werden müssen. Unser Wissen über die Bedürfnisse und den Umgang mit den Tieren hat sich seit der Zeit Leonardo da Vincis stark gewandelt. Im April besuchte ich die Nutztiertagung welche der STS organisiert hatte. Das Thema war „Nutztierschutz gestern, heute und morgen“. Die interessanten Vorträge zeigten, dass es noch gar nicht so lange her ist seit man Kälber und Schweine in dunklen, engen Ställen einsperrte und Hühner in sogenannten Batteriekäfigen hielt. Dank dem neuen Tierschutzgesetz sind in der Schweiz heute solche Haltungsformen Vergangenheit. Leider gibt es immer noch Tierhaltungen, welche nicht den Bedürfnissen der Tiere entsprechen, vor allem bei den Hobbynutztierhaltern und bei Heimtieren. Das zeigt sich auch in der steigenden Anzahl von Tierschutzmeldungen welche wir erhalten.

Der Tierschutzverein Oberaargau hat im Jahr 2010 über 100 Fälle bearbeitet. Nicht mitgezählt jene Fälle, welche am Telefon oder per Mail gelöst werden konnten und solche bei denen wir „nur“ eine Katzenfalle ausliefern mussten. Wie der nachstehenden Statistik entnommen werden kann, betrafen auch in diesem Jahr die meisten Meldungen Katzen. Bei der Kontrolle gemeldeter Tierhaltungen stellten wir oft fest, dass es sich um Unwissenheit der Tierhalter oder um Nachbarschaftsstreitigkeiten handelte. In vielen Fällen konnte so die Situation durch ein (auf)klärendes Gespräch in Ordnung gebracht werden. In einigen Fällen handelte es sich jedoch auch um mutwillige Verletzungen des Tierschutzgesetzes.

Jederzeit konnten wir auf die Hilfe der Tierarztpraxen und der Polizei in unserem Tätigkeitsgebiet zählen, was keine Selbstverständlichkeit ist. Dafür möchten wir uns herzlich bei allen bedanken!

Auch dieses Jahr führten wir in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Tierschutz STS und den Tierarztpraxen die Katzenkastrationsaktion durch. Total wurden 202 Katzen kastriert. Es wurde ein Betrag von 10‘000 Franken für diese Aktion eingesetzt, wovon der STS rund die Hälfte übernahm.

Der TSVO ist Mitglied beim Schweizertierschutz STS und beim Dachverband Berner Tierschutzorgani­sationen DBT und zahlt jährlich einen Sektionsbeitrag von 1 Franken pro Vereinsmitglied. Im Gegen­zug erhalten wir Unterstützung bei Fragen jeglicher Art, Informationsmaterial und finanzielle Beiträge an spezielle Projekte wie die Katzenkastrationsaktion oder die Amphibienrettung. Auch dieses Jahr unterstützte uns der STS mit einem Beitrag von rund 5000 Franken an die Katzenkastrationsaktion, 1000 Franken für Amphibienrettung, rund 2000 Franken für die Wildtierpflege und zusätzlichen Beiträgen für die tierärztliche Versorgung ganzer Katzenpopulationen auf Bauernhöfen. Jedes Jahr werden durch den STS und DBT Tagungen, Versammlungen und Konferenzen organisiert an welchen wir rege teilnehmen, um unser Wissen und unsere Erfahrungen mit Fachleuten und Tierschützern auszutauschen.

Auch im kommenden Vereinsjahr werden wir motiviert, gewissenhaft und mit Freude unserer Tierschutztätigkeit nachgehen. Herzlichen Dank allen, die unsere Arbeit mit Ver­einsbeiträgen, Spenden, Legaten oder sonst wie unterstützen, ohne Sie könnten wir diese Arbeit zum Wohle der Tiere nicht ausüben.

Vereinsarbeit

Unser Verein ist im Jahr 2010, 138 Tierschutzfällen nachgegangen. Davon wurden 5 an die Behörden weitergeleitet. Um den administrativen Aufwand so gering wie möglich zu halten haben wir im 2010 nur noch diejenigen Fälle erfasst, bei denen eine persönliche Kontrolle notwendig war. Alle die Meldungen, welche am Telefon oder per Mail gelöst werden konnten, wurden nicht erfasst. Bei zirka 10 Telefonanrufen und 1 Mail pro Tag wäre der Aufwand enorm, wenn wir alle Meldungen erfassen müssten.

 

Ressort Katzen 2010

Katzenkastrationen  

Auch in diesem Jahr versuchten wir, durch die vom Schweizertierschutz STS unterstützte Katzenkastrationsaktion, der unkontrollierten Vermehrung von Katzenpopulationen Herr zu werden.

Während der Kastrationsaktion 2010 wurden insgesamt 202 Katzen kastriert.

Davon waren 168 Bauernhofkatzen und 34 verwilderte oder herrenlose Katzen, die wieder in ihrem ursprünglichen Revier freigelassen werden konnten. In einem weiteren Fall war es aus anderen Gründen sinnvoll einen Beitrag zu leisten. Zusätzlich wurden auf drei Bauernhöfen wo die unkontrollierte Vermehrung der Katzen ausser Kontrolle geraten war, alle Katzen tierärztlich Versorgt und kastriert.

Wie in den vergangenen Jahren haben wir auch dieses Jahr nur für Kätzinnen einen Beitrag von 50 Franken pro Tier geleistet.

In unserem Tätigkeitsgebiet arbeiten wir während der Katzenkastrationsaktion mit 14 Tierarztpraxen zusammen. Herzlichen Dank an die Tierärztinnen und Tierärzte sowie Ihren Teams für die Unterstützung. 

Aufgenommene und vermittelte Katzen

Wir helfen ausgesetzten und  herrenlosen Tieren, aber auch jenen welche der Besitzer aus schwerwiegenden Gründen nicht mehr betreuen kann. Wir nehmen die Tiere auf bis für sie ein neues Zuhause gefunden worden ist.

Da der Tierschutzverein Oberaargau über kein eigenes Tierheim verfügt, sind wir auf die Zusammen­arbeit mit privat geführten Tierferienheimen angewiesen.

Bis Ende Jahr konnten, wie in den vorangegangenen Jahren, von uns aufgenommene Katzen im Tierasyl Schwendihüttli in Wyssachen bei Yvonne Schenk, in Obhut gegeben werden. In Zusammen­arbeit mit dem Tierasyl haben wir im Jahr 2010 gesamthaft 69 Katzen aufgenommen. Davon konnten bis auf 16 Tiere alle vermittelt werden. Herzlichen Dank für die gute Zusammenarbeit.

Weitere 31 Katzen konnten wir letztes Jahr bei Annemarie Schär im Tierferienhof Waldeck in Weier i. E. zur weiteren Betreuung abgeben. Alle 31 aufgenommen Katzen konnten vermittelt werden.

Herzlichen Dank für die Unterstützung.

Weil zeitweilig alle Plätze besetzt waren, durften wir  insgesamt 13 Katzen bis zur Vermittlung bei Ernst und Margrit Dummermuth von der Tierrettung Emmental in Hasle-Rüegsau unterbringen.

Auch Ihnen ein herzliches Dankeschön für die Unterstützung und die Flexibilität uns in Notsituationen auszuhelfen. 

Übersicht  2010

Der Tierschutzverein Oberaargau hat im Jahr 2010 total 159 Katzen aufgenommen, davon waren 21 Verzichtskatzen, 132 Findel-, herrenlose- oder ausgesetzte Katzen. Zusätzliche 6 Katzen wurden durch das Kantonale Veterinäramt beschlagnahmt und uns zur weiteren Betreuung übergeben.

Leider können wir nicht jedes Tier retten. Insgesamt 53 Katzen mussten wegen einer unheilbaren Krankheit (Leukose, FIP, Tumor) euthanasiert werden oder sind gestorben (mutterlose Aufzucht).

Direktvermitteln konnten wir durch Tierärzte, Freunde und Bekannte insgesamt 15 Katzen. Auch dafür allen Beteiligten ein herzliches Dankeschön. 

Das Ende einer Ära

Zu unserem Bedauern hat Yvonne Schenk die Zusammenarbeit mit dem Tierschutzverein Oberaargau per 31.12.2010 gekündigt.

Über viele Jahre, unterstützte sie  den Tierschutzverein mit viel Engagement. Tag und Nacht, 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr war sie für  die Katzen da. Mit unglaublicher Hingabe zog sie mutterlose Katzenbabies auf und zähmte mit viel Liebe und Geduld scheue Katzen, dass diese vermit­telbar wurden. Sie half mit, neue Besitzer für die von ihr gepflegten Katzen zu finden und war dabei äusserst kritisch. Wir danken Yvonne Schenk herzlich für die jahrelange Unterstützung unseres Vereins, sowie ihre Flexibilität und ihren bedingungslosen Einsatz für die Tiere. 

Neue Lösung?

Die Kündigung von Yvonne Schenk ist ein grosser Verlust für den TSVO und stellt uns vor ein grosses Platzproblem. Bisher konnten wir zirka 40 Katzen auf einmal ein vorübergehendes Zuhause  bieten. Wie aus unserer Jahresstatistik entnommen werden kann, müssen wir pro Jahr  über 100 Katzen vo­rübergehend aufnehmen. Wohin mit all diesen Katzen, wenn wir sie nicht mehr Yvonne Schenk brin­gen können?

Per Anfang 2010 hat Annemarie Schär den Tierferienhof Waldeck von Ihren Eltern übernommen. Als ausgebildete Tierpflegerin, Hundecoiffeuse und Lehrmeisterin angehender TierpflegerInnen hat Annemarie Schär den ehemaligen Hun­deferienhof mit viel Sachverstand und Engagement renoviert und zusätzlich einen grossen Bereich für Ferienkatzen geschaffen. Da der TSVO seit Jahren aufgenommene Hunde vorübergehend bei Familie Schär unterbringen kann, fragten wir an, ob in Notsituationen auch Platz für Katzen da wäre. Glückli­cherweise sagte Annemarie Schär zu.  So konnten wir maximal 12 Katzen zusätzlich unter­bringen. Was zuerst eine Zwischenlösung war, entwickelte sich zu einer tollen Zusammenarbeit auch im Bereich der Katzen.

Den Tierschutz-Katzen steht dort eines von total drei grossen Katzenzimmern mit Aussenbereich zur Verfügung. Hier können sich die Tiere nach ihrem Aufenthalt in der Quarantänestation austoben.

Leider können wir dort nicht mehr als 12 Katzen unterbringen, da Annemarie Schär den restlichen Platz für Ferienkatzen benötigt.

So begann die schwierige Suche nach einer Lösung für die Unterbringung der Tierschutzkatzen: Ein eigenes Tierheim aufbauen? – dazu fehlen uns die finanziellen Mittel. Weniger Katzen aufnehmen? – welche nehmen wir auf, welche nicht? Können wir einfach sagen, wir nehmen nur noch 12 Katzen auf, die Restlichen müssen selber schauen wie sie überleben? Nein.

Wir fragten die Tierrettung-Emmental an. Verständlicherweise viel die Antwort negativ aus,  da Familie Dummermuth selber von stetem Platzmangel geplagt ist. Also wie weiter?

Eines steht fest: ohne genügend Pflegeplätze bekommen wir im Frühling und Herbst die Lage nicht in den Griff.

Es werden immer noch sehr viele Katzen mutwillig ausgesetzt, etwa in einer Kartonschachtel, in einem Busch am Waldrand, in fremden Gärten oder man lässt das Tier beim Umzug einfach zurück.

Im Jahr 2010 wurden 17 Katzen mutwillig ausgesetzt.

Da die Zusammenarbeit mit Annemarie Schär so reibungslos funktioniert, suchten wir  in vielen Gesprächen mit Ihr nach einer Lösung, wie die Kapazität im Tierferienhof Waldeck erhöht werden könnte. Dies erwies sich als nicht einfach denn, Annemarie Schär lebt von den Einnahmen der Ferientiere und kann nicht einfach allen verfügbaren Platz für die Tierschutzkatzen und Hunde zur Verfügung stellen. Wie wir alle wissen ist mit den Tieren vom Tier­schutz kein Brot zu verdienen – im Gegenteil. Zudem sind die Besitzer der Ferientiere meist nicht begeistert, wenn ihr geliebtes Tier seinen Platz mit einer Katze vom Tierschutz teilen muss, denn das sind doch alles kranke, verwahrloste und “gestörte“ Tiere?!

Im von Annemarie Schär umgebauten Gebäude der ehemaligen Schreinerei befindet sich ein grosser un­ausgebauter Dachraum. – Könnte das die Lösung sein? Einen eigenen Raum für die Katzen vom TSVO, mit grossen Katzenzimmern mit Balkon für Frischluft und eine Kranken-/Quarantänestation?  Annemarie Schär ist bereit, den Raum dem TSVO zur Verfügung zu stellen, den Ausbau müssen wir jedoch selber finanzieren.

Wir begannen zu planen und zu rechnen…

Im 180m2 grossen Raum könnten wir Platz für zirka 40 Katzen schaffen, dazu eine Kranken-/Quarantänestation mit 10 Einzelboxen, eine Pflegestation für kleine Nager und ein Empfangsraum wo wir Interessenten empfangen könnten. Die restliche Infrastruktur und das fachkundige Betreuungspersonal wären schon vorhanden.

Das Bauplanungsbüro von Patrick Fuhrer in Wyssachen hat sich bereit erklärt die Pläne kostenlos anzufertigen und eine Offerte zu erstellen.

Sobald die genauen Zahlen vorliegen, können wir auf die Suche nach Institutionen und Privatpersonen gehen, welche unser Vorhaben finanziell oder auf andere Weise unterstützen möchten.

Wenn Sie den Ausbau unterstützen möchten oder jemanden kennen der das gerne tun würde, sei es finanziell, durch günstige Offerten oder als ehrenamtliche Helferin oder ehrenamtlichen Helfer, dann melden Sie sich doch bitte bei uns. Nutzen Sie Ihr privates und berufliches Netzwerk – wir sind für jeden Beitrag und jede Hilfe dankbar, damit wir heimatlosen Tieren weiterhin ein vorübergehendes Zuhause bieten können.

 

Katzenfallen 

Die Katzenfallen stellt der Tierschutzverein Oberaargau gratis zur Verfügung, wenn eine verwilderte Katze tierärztliche Versorgung benötigt oder kastriert werden muss. Unsere Katzenfallen wurden im 2010 insgesamt 89-mal benutzt. Seit diesem Jahr sind 4 von 5  Katzenfallen in Tierarztpraxen unseres Betreuungsgebietes, deponiert. Dort können sie, nach vorheriger Absprache mit dem TSVO, zu den Praxisöffnungszeiten abgeholt und zurückgebracht werden. Da wir berufstätig sind, ist diese Lösung eine Optimierung für alle Beteiligten. Die Kunden können die benötigte Falle tagsüber beim Tierarzt in ihrer Nähe abholen und zurückbringen und müssen sich nicht mehr nach unseren Arbeitszeiten richten und wir müssen nicht nach Feierabend die Fallen verteilen. So bleibt uns mehr Zeit für die Bearbeitung der gemeldeten Fälle. Vielen Dank an die beteiligten Tierarztpraxen.

Zugelaufene Katzen /  Katzen chipen lassen

Wir hatten auch letztes Jahr wieder viele Katzen die zugelaufen sind, und wie immer schienen sie niemandem zu gehören.

Leider hatte nur eine Katze einen Chip und konnte sofort dem besorgten Besitzer zurückge­geben werden. Wird uns eine Findelkatze übergeben, melden wir das Tier bei der Schweizerischen- und bei der Kantonalen Tiermeldezentrale und drucken Flugblätter mit Foto und Signalement der Katze, um den Besitzer ausfindig machen zu können. Kann der Besitzer nicht ausfindig gemacht werden, wird die Katze, nach Ablauf der gesetzlichen Frist von zwei Monaten, von uns weitervermittelt.

Ein Halsband reicht nicht!

Wenn Sie sicher sein wollen, dass Ihr Liebling jederzeit, egal wo aufgefunden, wieder zu Ihnen zurück kommt, dann lassen Sie ihn chipen!

Lara Röthlisberger, Ressort Katzen

 

Ressort Hunde

Im vergangenen Jahr hatten wir total 42 Fälle welche Hunde betrafen. Das sind drei Fälle weniger als im Jahr 2009. Einen Fall mussten wir dem Kantonalen Ve­terinäramt weiterleiten, was auch zur Beschlagnahmung des betroffenen Hun­des führte.

Wir mussten doppelt so viele Hunde aufnehmen wie letztes Jahr. Das ist auf die von 4 auf 17 angestiegene Zahl von Verzichtshunden zurückzuführen. Wir mach­ten die Erfahrung, dass es immer mehr Leute gibt, welche sich einen Hund an­schaffen und sich der damit verbundenen Herausforderungen nicht bewusst sind. Es fallen Kosten für Futter, Material und tierärztliche Betreuung an. Ausserdem beanspruchen die geselligen Vierbeiner viel Zeit für Erziehung und artgerechte Beschäftigung. Die neuen Hundebe­sitzer sind dann oft überfordert und möchten das Tier so schnell wie möglich wieder loswerden. Die unglückliche Situation wird oft noch unglücklicher,  da die Hunde von unseriösen Züchtern stammen. Diese geben ihre Welpen billig ab, sind jedoch nicht bereit sich nach der Abgabe weiter um das Tier und seine neuen Besitzer zu kümmern und ihnen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, wie das für einen seriösen Züchter selbstverständlich ist. Solche „Züchter“  sind auch nicht bereit eines ihrer Tiere zu­rück zu nehmen. In drei unabhängigen Fällen wurden uns  Welpen vom gleichen Züchter aus dem Kanton Luzern abgegeben, welcher die Mischlings-Welpen an unerfahrene Interessenten für 850 Franken ungeimpft und unsozialisiert abgab ohne sich nach dem Verkauf weiter um die Tiere zu sor­gen. Glücklicherweise fanden alle drei ein neues Zuhause.

Ein tragischer Fall war der Hund, welcher vom Kantonalen Veterinäramt beschlagnahmt und an uns übergeben wurde. An einem Freitagabend wurden wir benachrichtigt, dass in einem abgelegenen Bauernhaus verschiedene Tiere ohne Futter und Wasser eingesperrt sind. Die Besitzer waren  vor einer Woche ausgezogen. Als wir dort eintrafen fanden wir ein schreckliches Bild vor: 6 Katzen waren im kleinen Badezimmer eingesperrt – es stank fürchterlich. Im völlig verdreckten ehemaligen Kuhstall fanden wir Hühner. Glücklicherweise waren alle Tiere den Umständen entsprechend wohlauf. Am schlimmsten traf es den Hund der Familie, er war nämlich im dunklen Keller des Hauses eingesperrt. Das Tier war so verängstigt, dass wir es erst am nächsten Tag anfassen und einfangen konnten. Auch diese Tiere haben mittlerweilen alle ein neues Zuhause gefunden.

Glücklicherweise müssen wir  viel weniger Hunde als Katzen aufnehmen. Die Suche nach neuen Be­sitzern ist aber oft viel schwieriger. Viele Leute wollen lieber einen Welpen als einen erwachsenen  Hund vom Tierschutz. Die Annahme, dass Tierschutzhunde sowieso alle verhaltensauffällig seien, hält sich hartnäckig und ist oft ein Hinderungsgrund einem Hund aus dem Tierheim eine Chance zu ge­ben.

Einige Leute verstehen auch nicht, warum sie für einen Tierschutzhund etwas bezahlen sollen – wir müssten doch froh sein, wenn sich jemand dem armen Tier annimmt und ihm ein neues Zuhause bietet. Dass wir aber, bis ein Hund vermittelbar ist, hohe Ausgaben für Tierarzt, Futter und Unter­kunft haben, sehen die Leute nicht ein. Wir verschenken aber keine Tiere, denn unser Motto lautet: „Was nichts kostet ist nichts wert“.

Alle von uns aufgenommenen Hunde können wir vorübergehend im Tierferienhof Waldeck unter­bringen. Annemarie Schär und ihre Angestellten kümmern sich mit viel Engagement und Liebe um die Hunde – vielen herzlichen Dank.

Cornelia Zaugg, Präsidentin

 

Protokoll der Hauptversammlung

vom Freitag, 17. Juni 2011, 18.30 Uhr, Restaurant Löwen, Lindenholz 

Organisatorisches 

  1. Hauptversammlung
  2. Vortrag von Herrn Dr. Mathias Lörtscher, Leiter Artenschutz, Leiter CITES Management. Bundesamt für Veterinärwesen BVET, Bern. 

 

Begrüssung 

Präsidentin Frau Cornelia Zaugg begrüsst die 43 Anwesenden ganz herzlich. Speziell heisst sie   die Vertreterin der Gemeinde Öschenbach, Herrn Ernst Schär vom Tierferienhof Waldeck und Dr. Heiniger von den „Gelben Pfoten“ willkommen. C. Zaugg verliest die 20 eingegangenen Entschuldigungen. 

Traktandenliste

Die Traktandenliste wurde den Mitgliedern ordnungsgemäss zusammen mit der Einladung zugestellt. Es werden keine Abänderungen oder Ergänzungen der Traktandenliste verlangt. 

1.1.    Wahl der Stimmenzähler

Als Stimmenzähler werden einstimmig gewählt: Herr Frédéric Suter und Herr Robert Rufer.


2. Protokoll der Hauptversammlung vom 25. Juni 2010

Das durch Frau Nelly Heusser abgefasste und im Jahresbericht enthaltene Protokoll der Hauptversammlung vom 25. Juni 2010 wird einstimmig genehmigt.  Besten Dank an die Verfasserin. 

3. Jahresbericht der Präsidentin

Bettina Neuenschwander, Vizepräsidentin, fragt die Versammlung an, ob noch Fragen oder Einwände zum Jahresbericht der Präsidentin sind. Dies ist nicht der Fall. Der Jahresbericht wird einstimmig genehmigt. Der Bericht wird Cornelia Zaugg mit einem herzlichen Applaus verdankt. 

4. Jahresrechnung und Revisionsbericht

Die Jahresrechnung 2010 liegt für alle Anwesenden mit dem Revisionsbericht schriftlich vor. Für Fragen steht Kassierin Doris Rathgeb gerne zur Verfügung.
Nachdem das Wort nicht gewünscht wird, wird die Jahresrechnung 2010 mit dem Revisionsbericht einstimmig, unter gleichzeitiger Déchargéerteilung an den Vorstand, genehmigt. Ein herzliches Dankeschön geht an Doris Rathgeb für die stets sauber und korrekt geführte Jahresrechnung. Auch die Arbeit der beiden Revisoren Frédéric Sutter und Clemens Meier wird herzlich verdankt.


 5.  Demissionen ( 2 Vorstandsmitglieder)

Der HV liegen die Demissionen von Sekretärin Andrea Kobel und Vorstandsmitglied Christoph Salm vor.

Geeignete Nachfolger werden vom Vorstand im Lauf des kommenden Vereinsjahres gesucht und an der HV 2012 zur Wahl vorgeschlagen.

6. Statutenänderungen

Die vorgeschlagenen Statutenänderungen wurden den Mitgliedern mit der Einladung zur HV zugestellt.  

Geändert wurden (Änderungen kursiv gedruckt):

Art 2 Tätigkeitsgebiet

Der Verein ist im Verwaltungskreis Oberaargau tätig.

Art. 3 Zweck

Der Verein fördert artgerechte Tierhaltungen. Er hilft bedrohte Tierarten zu schützen. 

Die Vorschriften des Tierschutzgesetzes gelten als Mindestanforderungen

Folgende Aktivitäten dienen dem Vereinszweck: 

Tierschützerische Aktivitäten durchführen und unterstützen.

(Der restliche Text des bisherigen Artikels 3 bleibt wie bisher)    

 Art. 4 Mitglieder

Jede natürliche und juristische Person kann Mitglied werden. Die Aufnahme erfolgt durch den Vorstand. Alle Mitglieder erhalten die Statuten (gestrichen : und auf Wunsch auch das Tierschutzgesetz) 

Art.4 Ehrenmitglieder (neuer Abschnitt von Artikel 4, ohne Titel)

Der Tierschutzverein Oberaargau kann Personen, die sich um den Verein besonders verdient gemacht haben, zu Ehrenmitgliedern ernennen. Ehrenmitglieder werden von der Bezahlung des Jahresbeitrages befreit. 

Art.  9 Vertrauenspersonen

Der ganze Artikel wird ersatzlos gestrichen    

Dadurch ändert die Nummerierung der folgenden Artikel!   

Art. 10 (alt Art.11) Vergütungen

Gestrichen: die Vertrauenspersonen 

Art. 14 (alt Art.15) Inkraftsetzung

Die Statuten ersetzen alle bisherigen.

Genehmigt an der Hauptversammlung vom 17. Juni 2011

 7.    Mitgliederbeiträge

Die Präsidentin zeigt auf, dass der Aufwand der Aktivitäten des Vereins stark zugenommen hat und die Finanzen nur dank einem Legat noch im Lot zu halten sind. Sie schlägt eine Erhöhung des Mitgliederbeitrages um Fr. 10.- vor.

Die Versammlung stimmt diesem Vorschlag mit 34 Ja- gegen 7- Neinstimmen bei 2 Enthaltungen zu und setzt den Mitgliederbeitrag neu auf Fr. 30.- für Einzelmitglieder und Fr. 50.- für Kollektivmitglieder fest.

8. Planung Auffangstation für Katzen 

Cornelia   Zaugg erläutert die ausführliche Dokumentation zum Projekt Katzenauffangstation des Tierschutzvereins. Der Bedarf für mehr vorübergehende Pflegeplätze für Katzen ist unbestritten.
Eine Kostenzusammenstellung (mit erwarteten Anlagekosten von Fr.120‘000) und ein detailierter Bauplan liegen vor. Herzlichen Dank für die unentgeltlich geleisteten aufwändigen Vorarbeiten.

Als nächster Schritt ist ein Vertrag zu entwerfen, der die Rechte, Pflichten usw. der Vertragspartner Annemarie Schär (Besitzerin der Liegenschaft) und TSV Oberaargau regelt und den Fortbestand der Auffangstation auch bei einem allfälligen Besitzerwechsel garantiert. Um eine für beide Seiten befriedigende Lösung zu finden muss ein Jurist beigezogen werden.

Die Versammlung spricht auf Antrag des Vorstandes einstimmig einen Kredit von Fr.3000.- für die Erarbeitung eines solchen Vertrags. 

9. Anträge 

Es sind zwei Anträge von Herrn Heinrich Megert-Blunier eingegangen.

9.1.  Verzicht auf die namentliche Nennung der Entschuldigungen im Protokoll.

Der Antrag wird einstimmig gutgeheissen. In künftigen Protokollen wird die Zahl der Anwesenden und der Entschuldigten festgehalten. Auf eine namentliche Erwähnung wird verzichtet.

9.2.  Ernennung von Ehrenmitgliedern

Da über eine Ernennung von Ehrenmitgliedern in den Statuten nichts erwähnt ist, beschliesst die Versammlung auf das Traktandum 6 (Statutenänderungen) zurückzukommen und im Artikel 4 die Voraussetzungen für das Erlangen der Ehrenmitgliedschaft und die Beitragsbefreiung der Ehrenmitglieder festzuhalten.

Die Vorgeschlagenen W. Nydegger, Dr. Christoph Salm und Bernhard Moor werden an der nächsten HV in einem würdigen Rahmen zu Ehrenmitgliedern ernannt. 

10. Verschiedenes


Herr Heinrich Megert verliest einen Brief an den STSV, in dem er sein Befremden über die unwürdige Zurschaustellung der Siegermunis an den Schwingfesten kund tut.  

Nachdem keine weiteren Wortmeldungen verlangt werden, dankt Cornelia Zaugg den anwesenden Mitgliedern und schliesst die Hauptversammlung um 19.40 Uhr.

Die Präsidentin übergibt das Wort Herrn Dr. Mathias Lörtscher für den anschliessenden Vortrag.   

Die Präsidentin: Cornelia Zaugg                                                      

Für das Protokoll: Heinz Boss

 

 

 

 


 

 
Neuigkeiten

"Mir ist vor zwei Wochen eine fremde Katze zugelaufen. Obwohl ich im ganzen Quartier Zettel mit Foto und Beschreibung des Büsis aufgehängt habe, hat sich bis jetzt noch niemand gemeldet. Soll ich den Fund auch noch bei der Polizei anzeigen?"
Frau F. aus G.

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